Lungenerkrankungen: Asthma, COPD, Schlafapnoe, Lungenfibrose und Pneumonie
Krankheitsbilder der Lunge – verständlich erklärt
Viele Lungenerkrankungen beginnen ähnlich: Husten, Atemnot, Druckgefühl, pfeifende Atmung, Infekte, Müdigkeit oder Leistungsknick. Die Ursachen können jedoch sehr unterschiedlich sein.
Unsere Aufgabe ist es, Beschwerden nicht nur zu behandeln, sondern richtig einzuordnen: Handelt es sich um Asthma, COPD, Schlafapnoe, eine Infektion, eine interstitielle Lungenerkrankung, Bronchiektasen, Lungenhochdruck, eine Lungenembolie oder einen auffälligen Rundherd?
Dafür nutzen wir eine strukturierte, stufenweise Diagnostik. Nicht alles muss sofort untersucht werden – aber das Entscheidende darf nicht übersehen werden.

ASTHMA BRONCHIALE
Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege. Typisch sind wechselnde Beschwerden: Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl in der Brust oder Atemnot – häufig nachts, bei Belastung, Infekten, Allergien oder Reizstoffen.
Wichtig ist: Asthma sollte nicht nur vermutet, sondern möglichst objektiv bestätigt werden. Dazu gehören Anamnese, Lungenfunktion, Bronchodilatationstest, manchmal FeNO, Allergiediagnostik, Peak-Flow-Protokoll oder Provokationstest.
Bei uns:
Wir prüfen Diagnose, Schweregrad, Auslöser, Entzündungsprofil, Inhalationstechnik und Therapiekontrolle. Ziel ist eine Behandlung, die Beschwerden reduziert und Exazerbationen verhindert.

COPD
COPD ist eine chronische Erkrankung mit verengten Atemwegen und häufig Überblähung der Lunge. Wichtigste Ursache ist Rauchen. Daneben können berufliche Belastungen, Luftschadstoffe, frühe Lungenschäden oder selten genetische Faktoren eine Rolle spielen.
Die Diagnose wird nicht allein durch Beschwerden gestellt. Entscheidend ist die Lungenfunktion, insbesondere die Spirometrie nach Bronchodilatation.
Bei uns:
Wir beurteilen Lungenfunktion, Überblähung, Sauerstoffsituation, Exazerbationsrisiko, Inhalationstherapie, Eosinophile, Rauchstopp, Impfstatus und Komorbiditäten. CT, BGA oder weiterführende Diagnostik erfolgen gezielt – nicht automatisch.

LUNGENKREBS
Ist die tödlichste bösartige Erkrankung weltweit. Da auch hier die meisten Fälle mit dem Rauchen assoziiert sind, ist auch diese Erkrankung vermeidbar. Zu Symptomen kommt es erst spät, daher sind bei den meisten Patienten schon Absiedelungen vorhanden. Lungenkrebs wird oft spät entdeckt. Moderne Diagnostik, molekulare Testung und spezialisierte Behandlung haben die Therapiemöglichkeiten deutlich erweitert. Besonders wichtig sind Risikoeinschätzung, frühe Erkennung und strukturierte Abklärung auffälliger CT-Befunde. Mit modernen Chemotherapien, die teilweise bestimmte molekulare „Schalter“ der Tumorzellen betätigen, lässt sich das Überleben auf viele Monate verlängern. Oft treten im Verlauf auch Probleme auf: Tumorwachstum in den Atemwegen, wiederkehrendes Rippfellwasser oder weitere Metastasen. In diesem Fall kann durch Interventionen die Lebensqualität wieder verbessert werden.

LUNGENENTZÜNDUNG
Die Lungenentzündung bleibt insbesondere im höheren Alter und bei Risikogruppen eine häufige und potenziell schwere Erkrankung. Eine Impfung kann in diesen Situationen vorbeugend sinnvoll sein. Wichtig sind das frühzeitige Erkennen typischer, aber auch atypischer Verläufe, bei denen Beschwerden und Röntgenbefund weniger eindeutig sein können. Für die Diagnose und Therapieentscheidung werden neben der klinischen Einschätzung meist Röntgenaufnahmen und Laborwerte herangezogen. Bei schwerem Verlauf oder erhöhtem Risiko kann eine stationäre Behandlung erforderlich werden.

SCHLAFAPNOE
Bei der obstruktiven Schlafapnoe kommt es im Schlaf wiederholt zu Atemaussetzern oder deutlicher Atemflussminderung. Häufige Hinweise sind lautes Schnarchen, beobachtete Atempausen, nicht erholsamer Schlaf, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme, Bluthochdruck oder morgendliche Kopfschmerzen.
Die Diagnostik beginnt mit Symptomen, Risikofaktoren und ambulantem Schlafscreening. Bei komplexeren Situationen kann eine Polysomnographie im Schlaflabor notwendig sein.
Bei uns:
Wir prüfen, ob eine ambulante Schlafapnoe-Diagnostik sinnvoll ist, werten Befunde ein und begleiten Therapieoptionen wie CPAP/APAP, Gewichtsreduktion, Lagebehandlung oder Unterkieferprotrusionsschiene.

LUNGENHOCHDRUCK
Beim Lungenhochdruck ist der Druck in den Lungengefäßen erhöht. Das rechte Herz muss dadurch stärker arbeiten. Beschwerden sind oft unspezifisch: Atemnot bei Belastung, Leistungsknick, Schwindel, Brustdruck, Beinödeme oder unklare Einschränkung.
Die genaue Einordnung ist entscheidend, weil Ursachen und Therapie sehr unterschiedlich sind.
Bei uns:
Wir achten auf Hinweise in Lungenfunktion, Diffusionsmessung, Sauerstoffsituation, Bildgebung und Belastung. Bei relevantem Verdacht erfolgt die gezielte Weiterleitung zur kardiologischen oder PH-spezialisierten Abklärung.

LUNGENEMBOLIE
Eine Lungenembolie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel Lungengefäße verlegt. Das kann zu plötzlicher Atemnot, Brustschmerz, Herzrasen, Sauerstoffabfall oder Kollaps führen. Der Verdacht muss ernst genommen werden.
Wichtig ist eine strukturierte Risikoeinschätzung. Nicht jeder Verdacht braucht sofort ein CT, aber ein relevanter Verdacht darf nicht verzögert werden.
Bei uns:
Wir beurteilen Verlauf, Restbeschwerden nach Lungenembolie, Sauerstoffsituation, Lungenfunktion, mögliche Hinweise auf Lungenhochdruck oder CTEPH und koordinieren bei Bedarf weiterführende Diagnostik.
Akut gilt:
Bei plötzlicher schwerer Atemnot, Brustschmerz, Kollaps oder starkem Krankheitsgefühl bitte sofort 112 rufen.

LUNGENFIBROSE
Interstitielle Lungenerkrankungen betreffen das Lungengewebe zwischen Atemwegen und Blutgefäßen. Eine Lungenfibrose bedeutet, dass Lungengewebe zunehmend vernarbt. Typische Beschwerden sind Belastungsatemnot, trockener Reizhusten und Leistungsabfall.
Die Gruppe ist groß: idiopathische pulmonale Fibrose, progressive pulmonale Fibrose, rheumatologische Lungenerkrankungen, exogen-allergische Alveolitis, Sarkoidose, medikamentenbedingte Veränderungen, berufsbedingte Erkrankungen und weitere seltene Entitäten.
Bei uns:
Wir erkennen Warnzeichen, führen Lungenfunktion inklusive Diffusionsmessung durch, beurteilen Belastungssauerstoff, ordnen HRCT-Befunde pneumologisch ein und koordinieren bei Bedarf die Vorstellung in einem ILD-Zentrum. [S4]
